Kräutergarten im Spital Aub

Zu allen Zeiten wurde versucht, Krankheiten mit den Mitteln der Natur zu heilen. Dies galt ebenso für die Medizinmänner der Naturvölker, wie für Ärzte der Griechen und Römer.

Unter dem Begriff Klostermedizin versteht die heute Forschung die Zeit des 10. bis 13. Jahrhunderts, einer Epoche, in der die medizinische Versorgung der Menschen in den Händen der Klöster lagt. Berühmt waren die Klostergärten in Fulda, Hersfeld oder Benediktbeuern. 

Aus Benediktbeueren erbaten sich um das Jahr 1000 Mönche vom Tegernsee Sämereien für Heil- und Nutzpflanzen. Die älteste Darstellung eines klösterlichen Krautergarten mit seinen rechteckig angelegten Beeten überliefert der berühmte Klosterplan von St. Gallen. Auf 16 Beeten wuchsen Stangenbohnen und Bohnenkraut, Frauenminze und Kreuzkümmel, Pfefferminze und Liebstöckel. Dazu kam Fenchel, Salbei und Rosmarin. Für den Altarschmuck pflanzten die Mönche Blumen an, die Lilie stand für die Reinheit, die Rose für die Liebe. IN den Klöstern entstanden heilkundliche Schifften wie der Macer floridus" (1.J.), ein praktisches Nachschlagewerk, in dem die Wirkung von 77 Kräutern aufgezählt wurde. In Preisgedichten wie dem "Hortulus" des Abtes Wahlafrid Strabo lobten die Mönche die Wirksamkeit der Kräuter ihres Klostergartens. Zur populärsten Vertreterin der Klostermedizin zählt die Hl. Hildegard von Bingen 1098 - 1179, etwa die Hälfte der von ihr genannten Arzneipflanzen werden nach heutigen Maßstäben als heilkräftig eingestuft.

Der heutige Begriff Klostermedizin meint eine ganz bestimmte Art der Krankenversorgung, die sich auf die Kräuterheilkunde (Phytotherapie) stützt. Dass das Wissen der Mönche und Nonnen ein Segen für unsere Gesundheit seih kann, stellt in die 9. Auflage das Standartwerk "Handbuch der Klosterheilkunde" (204) dar, dessen Mitherausgeber Dr. Johannes G. Mayer von der Würzburger Forschungsgruppe Klostermedizin ist. Aus unleserlichen Pergamenten und prachtvollen Handschriften entschlüsselte ein interdisziplinäres Forscherteam - Mediziner, Historiker und Mönch - die alten Schätze der Medizin und machte sie für uns wieder nutzbar.

Auch auf dem Spitalgelände Aub finden Sie heute wieder einen solchen klösterlichen Kräutergarten. An historischer Stelle, wo auch schon während des Spitalbetriebes der Garten des Spitals war.

Weiter Informationen zu Klostermedizin erhalten sie auf den Internetseiten des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg.