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Wie die älteste Urkunde des Auber
Spitalarchiv bezeugt, wurde im Jahre 1355 die damalige Spitalkaplanei zu
einer selbstständigen Pfarrei erhoben. Bischof Albrecht II von Würzburg bestimmte demnach also im Einvernehmen mit Abt und Konvent des Klosters St. Burkard in Würzburg, mit Probst und Konvent des Klosters zu Awe, und mit Eberhart von Hilgarthusen (Pfarrer in Lutzenbrunn) und Fridrich von Lichthal (Landschreiber) als Testamentaren des verstorbenen Pfarrers Syfridus von Geckenheim, dass die Kaplanei, welcher letzerer im Spital mit seinem Vermögen stiftete, von der Pfarrei in Aub getrennt wurde. In der Folgezeit (14. Jhdt. - 16. Jhdt.) ist das Auber Spital und die eigenständige Spitalpfarrei mit einer Vielzahl an Schenkungen aus dem Kreis des Adels und des reichen Bürgertums gut abgesichert worden. Der Wunsch etwas zu tun, um das ewige Seelenheil zu erlagen , lässt sich aus fast allen Stiftungsbriefen entnehmen. Auch die Dankbarkeit gegenüber einem wohlwollenden Wachhalten des Andenkens der nachgeborenen an den Stifter sind als Motive zu finden. So war auch das Gebet für das Seelenheil der Stifter Hauptaufgabe der Pründner des Auber Spitals. Unmittelbar nach der Stiftung scheint eine erste Spitalskapelle errichtet worden zu sein. Darauf deutet die Verleihung eines Ablasses (1357) hin, der für alle, die sich wohltätig gegen das Spital und die Kapelle erweisen und für den Stifter Gottfried von Brauneck beten, bestimmt war. Ein Umbau der bestehenden Kapelle
oder gar ein Neubau fällt in das beginnende 15. Jhdt. und war durch die
Errichtung der Stadtmauer und des unteren Tores bedingt. Die besondere Frömmigkeit, die in der Spitalkirche seit jeher gepflegt wurde, hatte das Leiden und Sterben Jesu Christi zum Inhalt. Dementsprechend wurde das Marienpatrozinium am Schmerzfreitag, acht Tage vor Karfreitag, besonders festlich begannen. Viele Gläubige aus der unmittelbaren Umgebung nutzten diesen Termin in der Fastenzeit für eine Wallfahrt zum Gnadenbild (gotische Pieta) und für ihre Osterbeichte. Es gab also großen Andrang und für das 18. Jdt. sind gar 12 Beichtväter überliefert. Das heutige Erscheinungsbild des Spitalkirchenraumes wird bestimmt durch die neugotische Gesamterneurung in den Jahren 1864/66. Als große Seltenheit hat sich das gesamte Raumprogramm des 19. Jhdt.´s mit Altären, Kanzel, Kreuzweg, Heiligenfiguren und Orgel vollständig erhalten. In der Nachkriegszeit (1945 - 1951) kam der Auber Spitalkirche eine besondere Bedeutung zu. Wurde sie doch in dieser Zeit zum wichtigen Ersatz für die im Krieg zerstörte Stadtpfarrkirche zum Mittelpunkt der Pfarrgemeinde Aub. Die veränderten Bedingungen in der Alten- und Krankenpflege führten schließlich zum Ende des Spitalbetriebs. Die Spitalpfarrei bestand von 1255 bis zum 11. Dezember 1989, also 634 Jahre lang. |